Samstag, 15. August 2015

Ich bin wieder hier, in meinem Revier …, 123. Tag

Abschied vom Rhein

Duisburg voraus, rechts ab in den Rhein-Herne Kanal
Dass ich heute kein Internet habe (15.8.),möchte ich nicht unerwähnt lassen – aber dafür bin ich richtig glücklich, in dem kleinen schnuckeligen Hafen des Yachtclubs Dortmund-Ems e.v. Olfen zu sein.

Auf dem Hinweg war ich auch hier – eher durch Zufall, denn der Hafen in dem ich mich angemeldet hatte (Yachtclub Datteln) war in der Einfahrt verschlammt.



Dieser Hafen hier ist einfach „sweet“, mit einem hervorragenden Badezimmer, das als Sanitäranlage zu bezeichnen, untertrieben wäre.
Aber ich bin nicht wegen des Badezimmers so happy (Duschen wird …), sondern habe irgendwie das Gefühl, wieder ganz nah der Heimat zu sein – ich bin nicht sentimental, aber es bewegt mich, wieder hier zu sein, auf der Strecke, die ich jetzt schon kenne – und die ich auf dem Hinweg in 14 Tagen gefahren bin, inklusive 5 Tage Pause in Hannover.

Duisburg, da kommen wir her

Einfahrt in den neuen Kanal - jeden Tag einen...

Natur und Industrie - abwechselnd
Ich freue mich auf die nächsten Tage, es ist eine andere Freude, als die Vorfreude auf neue Eindrücke, neue Landschaften  und Abenteuer – es ist wohl einfach die Freude, den Rest der Strecke unbeschwert genießen zu können.
Das Gute noch einmal erleben … ist das konservativ?
Ich finde nicht, das Gute kann man ruhig erhalten – und auch in der Wiederholung genießen – und das habe ich vor.




Hinter mir liegen etwa 400 Schleusen, die letzten 5 heute wurden problemlos absolviert, mit deutscher Gründlichkeit in der Anmeldung „Legen Sie sich auf den Warteplatz für Sportboote und warten Sie auf standby auf weitere Anweisungen“ –aber hat alles perfekt geklappt – und das ist die Hauptsache.







Aber nach meinen europäischen Erfahrungen während meiner Reise quer durch die EU, auch mit Schleusen, kann ich schon verstehen, dass die Ausländer (besonders vielleicht die Südländer), die deutsche Gründlichkeit und den deutschen Hang zur Perfektion etwas belächeln oder zumindest als “typisch deutsch“ bezeichnen.





Gelsenkirchen hat nicht nur Schalke04 - auch ´ne Schleuse

Und Kraftwerke gibt´s hier auch -
nicht nur an der Rhône
Aber es klappt alles – und darauf können wir stolz sein – und ich glaube auch, dass bei allem Belächeln unserer deutschen Eigenheiten eine gehörige Portion Bewunderung mit dabei ist – vielleicht sogar ein wenig Neid auf das, was mit der Perfektion und dem Fleiß verbunden ist – der Wohlstand.
Und fleißig ist man hier, das merkt man gerade hier im Ruhrgebiet.





Überall wird das Bruttoinlandsprodukt BIP in die Höhe getrieben – gerade hier, wo sich auf meiner Kanalfahrt Industrie, Gewerbebetriebe und schöne Natur in schneller Folge abwechseln.

Nur mit dem Internet da müssen wir …. aber das Thema habe ich ja nun schon breitgetreten – und hier im idyllischen Hafen in der „Alten Fahrt Olfen“, vermisse ich es auch nicht wirklich – meine Hochleistungsantenne hat nicht einen einzigen Zugangspunkt gefunden – nicht Einen!
Das gab es nicht einmal in der Camargue!
Viel los vor Datteln - Bootsrennen

Dort bin ich vor etwa 4 Monaten langgefahren - nach Wesel

Ab ins Regal -Rhein ist fertig.

Morgen – wenn alles gut geht – werde ich in einem Hafen anlegen, den ich ebenfalls von der Hinreise kenne – ich bin eben wieder hier, in meinem Revier – und dort gibt es Internet, weiß ich noch, ich hoffe, die Sicherung ist dieses Mal in Ordnung.

Das Wetter ist bisher wunderbar, immer noch 28 Grad (18:30 Uhr) – angekündigte Gewitter haben sich irgendwohin verzogen – ich hoffe, dass ich weiter so viel Glück habe – und morgen gegen Nachmittag auf den ersten Kilometern im Mittellandkanal nicht „nass gemacht“ werde.
Auf meinem Weg bis Lauenburg liegen noch 3 große Schleusen und das Hebewerk, danach nur noch Kleinschleusen im Elbe-Lübeck Kanal – das wird zu schaffen sein.

Ach ja, stolz bin ich auch, dass mein Blog bisher über 14 000 Mal aufgerufen wurde – hätte ich nicht gedacht.
Die Frage stellt sich jetzt, wie kriege ich die Zahl auf 20 000 in den letzen paar Tagen?



Sollte ich vielleicht ein paar Aktfotos von mir einbauen, um neue Interessentenkreise zu erschließen?
Ich glaube eher nicht (war nicht ernst gemeint) – denn damit würde ich die bisherigen Leser wohl eher verprellen, das will ich nicht – sondern mich schon mal bei allen bedanken, die meine Reise bisher von zuhause mit verfolgt haben.

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