Mittwoch, 1. Juli 2015

Warten auf Andrea und Warten auf Abkühlung, 76. und 77. Tag



Heute, (30.6.), steigt Andrea in Hamburg ins Flugzeug und landet gut 2 Stunden später in Palma.
Ich habe 2 Monate gebraucht, bis ich hier war – reisen und reisen kann so unterschiedlich sein.

Da wusste ich noch wo ich war - Café Moderno



Tagsüber bin ich nochmal durch Palma geschlendert, um einen tollen Supermarkt zu finden, bei dem ich die Vorräte an erfrischenden Getränken ein wenig auffüllen konnte.
Ich war erfolgreich, ein Riesensupermarkt unter einem Kaufhaus, ich habe alles gefunden, was ich wollte- nur danach nicht den richtigen Ausgang.






 
Schöne Gasse, aber wo bin ich?
 Naja, Ausgang ist Ausgang, ich kam irgendwo anders an die Oberfläche zurück – ziemlich bepackt – und habe prompt die Orientierung verloren und mich in der Stadt, die ich schon einigermaßen zu kennen glaubte, verlaufen – und wie.
Unbekanntes Terrain ...


Statt geplanter 2 Stunden hat meine Tour dann 4 Stunden gedauert –aber ich habe Boot und Hafen wiedergefunden.
 
Wenigstens die Musik spielt dazu ...
Noch ein paar Stunden ausgeruht, dann kam Andrea mit dem Taxi vorgefahren und wir hatten das gemeinsame Problem, dass es viel zu heiß war.

Die Hitzewelle, die gerade in Deutschland anrollt, kommt nämlich von hier und es ist einfach zu heiß.
Zumal bis heute Abend (1.7.) so wenig Wind war, wie selten zuvor.

Andrea ist da - erster Stadtrundgang bei 40 Grad
Jetzt hat sich ein einigermaßen erfrischender Ostwind aufgemacht – selbst  die Dauerlieger stöhnen – und davon gibt es an Brücke 13 in Palma eine ganze Menge – neben uns zum Beispiel liegt ein Boot, das vor 16 Jahren angekommen ist – die Besatzung scheint sich damit zu finanzieren, dass sie andere Boote im Hafen putzen und ein wenig pflegen.
Gegenüber die Kölner sind seit 1998 hier, fliegen aber im Juli immer wieder nach Köln, wegen der Hitze.
 
Neues Crewmitglied wird willkommen geheißen

Salada Pollo



Wir können es nicht ändern und müssen da durch, aber es ist schon zu viel und eben auch nicht der Normalzustand.
Am Freitag ist Auslaufen geplant, nach La Rapita (es lockt der Strand), und danach wird eine Übernachtung auf Cabrera angepeilt.
Wir werden sehen, was davon zu verwirklichen ist.

Puuuh, muss was trinken …. bis später.

Montag, 29. Juni 2015

Dicke Titten - Kartoffelsalat, 74. und 75. Tag



Einen Tag am Ballermann (28.6.) und im Hafen von Arenal – was geht ab?
Also zunächst mal die Basics, das Wetter ist hier genauso toll wie überall auf Mallorca zurzeit, das Wasser ist auch glasklar, so wie bisher immer, es hat auch etwa 24 Grad und die Leute sind irgendwie alle in Urlaubsstimmung, gut ´drauf und die meisten schwitzen.

 
Hinten der Yachthafen - vorne der Strand mit Ballermann
Was ist also so besonders an der „größten Badewanne“ des Mittelmeeres, der Bucht von Arenal mit Ballermann, Megapark, Oberbayer und so weiter?

Also zunächst einmal fällt auf, dass hier die jungen Leute in der Überzahl sind und zwar deutlich – ich weiß auch warum:
Es war gerade Abitur und viele wollen nach dem überstandenen Schulstress mal so richtig „abfeiern“ – das ist die eine Kategorie, die hier auffällt.

 
Gegenüber Palma, 10 Kilometer Strand, voll mit Menschen

Eine andere Kategorie sind die Blender, die männlich oder weiblich - bodygebildet – und irgendwo meist auch tätowiert ihren ganzen Stolz – den Body – präsentieren.

 
Die Kamera hat Zoom,
gut wa?



Der Hafen immer im Blick - aber eine andere Welt

Mal mit Strandschirm und Liege, mal ohne

Die billigere Variante - Geld gespart für Massage



Dann gibt es die, die einfach am Strand liegen und anscheinend auf den Abend warten – denn da ist Party – dass sie auf Partys stehen merkt man an ihren Strandplätzen, Gettoblaster, Kühlbox, gehören dazu – was in den Boxen ist kann ich nur vermuten – aber beliebt scheinen schlichte Bierflaschen zu sein.






Dann sind da noch die, die ich in Rapita schon vermisst habe – die farbigen Verkäufer, alle verkaufen Sonnenbrillen – bling bling – manche auch Uhren – und kaum einer kauft ihnen etwas ab – aber ab und zu scheint doch ein Geschäft abgeschlossen worden zu sein, denn fast alle haben die vollverspiegelten Bling-Bling-Brillen auf – ein Trend.





Auch meine vermissten asiatischen Strandmasseusen sind kräftig am Werk und kneten sonnengebräunte, sonnenverbrannte und sonstige Rücken durch – und "Apfelsina, Coco, Banana" wird auch angeboten - ist also alles da. 

 
Gesehen haben muss man das.
  
Und dann sind da noch die T-Shirtträger, die sich auf alle Kategorien verteilen, beliebt sind in diesem Jahr orange-neon und grün-neon, der Renner ist die Aufschrift „Dicke Titten – Kartoffelsalat“, gleich danach kommt „Helene Fischer –Ultras“.
Schon am Nachmittag voll

Wedeln mit dem Goldröckchen, mich würde mal der
Stundenlohn interessieren - aber angenehm luftig - bestimmt.
Teutonengrill




Mit dem Renner konnte ich zuerst gar nichts anfangen – ich habe hin und her überlegt, welcher tiefere Sinn zu der Aufschrift auf der Neon-Brust geführt hat, ob die moderne Literatur ihn hervorgebracht hat (und an mir vorbei gegangen ist) oder ob es einfach Jugendsprache ist, die ich als antiker Segler nicht mehr kenne?



 


Es hat mir keine Ruhe gelassen und zum Glück gibt es ja Google, eingetippt – Treffer:
Ikke Hüftgold - Dicke Titten Kartoffelsalat. www.youtube.com/watch?v=26HDgeF8ykw

In einem anderen Treffer zu finden unter den "nervigsten Partyhits" oder so - volle Zustimmung, der Link muss nicht unbedingt angeklickt werden.






Farben schrill und Texte auch ...
Aber, wieder was gelernt - na also, auch das ist geklärt.
Zu erwähnen ist noch der Megapark, direkt gegenüber dem Strand - nur die Strasse dazwischen - wo es schon nachmittags um halb vier voll "abgeht".



Animateure im Biene-Maja-Köstum (sinnlos, aber schön warm) versuchen Leute anzulocken, obwohl es drinnen schon ziemlich voll ist, interessanter aber sind die Mädchen, die vor dem großen Laden auf der Straße stehen und mit goldenen Röckchen wedeln, Luft müssen sie sich eigentlich nicht zufächeln, denn viel mehr haben sie nicht an. 

Eindrucksvoll.
 
Ballermann und Kickboard - passt.


Für mich erstaunlich, etwa 10 Kilometer von Palma – eine andere Welt, eine andere Idee von Urlaub, aber es kommt an, die Leute haben Spaß - und ich habe es gesehen.
 
Schöner Pool, im Liegegeld von 60 € inbegriffen,
muss genutzt werden

Den späteren Nachmittag verbringe ich dann wieder am Pool im Hafen von Arenal, mit Blick auf den Ballermann – aber nicht auf die Goldröckchen, zu weit – und sinniere zwischen Abkühlung im Pool, Krimi lesen und Café con Leche über die Unterschiedlichkeit der Menschen, Vielfalt in allen Bereichen – halt, eine gemeinsame „Klammer“ gibt es am Ballermann – man spricht überall deutsch.



Andere identifizierte Europäer sind die Engländer und die Holländer, meinem Eindruck nach hier ganz klar in der Minderheit.
 
Vorbereitungen - "Hausputz"




Nach einer ruhigen Nacht – nein, ich war nicht im Megapark – bin ich nach einer kurzen Fahrt (7 Meilen) quer über die Bucht von Palma wieder im Real Club Nautico de Palma angekommen.

Inzwischen habe ich Wäsche gewaschen und räume noch entschieden auf – denn morgen kommt Andrea mit Air Berlin eingeflogen – und da muss alles ordentlich sein, Ehrensache.

Samstag, 27. Juni 2015

Cabrera und Arenal - gegensätzlicher geht´s nicht, 72. und 73. Tag



Gestern und heute früh (27.6.) Cabrera, die Naturschutzinsel im Süden von Mallorca – wunderschön – ein bisschen einsam, wenn man alleine auf dem Schiff ist.
 
Cabrera voraus, links von dem Zacken die Einfahrt


Einfahrt in die Bucht von Cabrera
Ich hatte den Tag in der einzigen zugänglichen Bucht auf der Nordseite von Cabrera per Internet gebucht (19 Euro) und dabei gesehen, dass alles ziemlich voll ist. Fast alle Bojen waren schon belegt, gerade noch eine abbekommen.





Plötzlich ruhiges Wasser, geschützt nach allen Seiten



Als ich dann gegen 12:00Uhr in die Bucht einlief, alles leer. 

Ich hatte die freie Auswahl an gelben Bojen (meine) und entschied mich für die A2 – warum? – einfach so, eigentlich sind alle Bojen gut.
Das Wasser ist glasklar, ich kann bei 15 Metern Tiefe den Grund sehen, nur Sandboden, keine Pflanzen.




Kein Seeungeheuer

Kein Wal
Als ich beim ersten Mal Baden das Boot ein bisschen reinige, Wasserpass vom Kanaldreck befreien, kommen neugierige heringsgroße Fische an, wahrscheinlich waren sie aber nicht an meiner Arbeit interessiert, sondern wollten gucken, ob etwas Essbares abfällt.
Wohl nicht, denn bald waren alle wieder verschwunden.






Ich habe dann zum ersten Mal seit der krachenden Grundberührung in den Kanälen das Unterwasserschiff untersucht, einziger Schaden: Am Ruder fehlt etwas Spachtelmasse und am Kiel ist eine Roststelle zu sehen, wohl auch Spachtel abgefallen.
Winterarbeit, nichts Dramatisches.

Carsten hatte ja schon in den trüben Kanälen getaucht und dieselbe Diagnose gestellt – als ich noch leicht unter Schock stand.


 Nach und nach treffen mehr Boote ein, viele Besatzungen fahren mit dem Dingi zur kleinen Anlegestelle, dort ist eine Informationsstation und natürlich ein Restaurant – ich bleibe an Bord, esse Kartoffeln mit Quark und genieße die Natur – mit einigen Badeunterbrechungen – bis es stockdunkel ist und der Sternenhimmel zu bewundern ist.






... ohne Kommentar, einfach schön




 








An so einer Muringboje zu liegen ist sehr angenehm, es ist wie vor Anker, nur ist man total sicher, dass nichts passieren kann – dementsprechend gut habe ich auch geschlafen – Murmeltier. Vor Anker wäre das anders.

 
Blick auf die "Station"


An der Muringboje hängt mit einem kleinen Schwimmer eine kurze Leine, die man mit dem Bootshaken auffischt und direkt an der Bugklampe festmacht (wie ich) , oder mit einer eigenen Leine verlängert – das müssen die Großen machen, weil deren Freibord zu hoch ist.
Darüber das Castello

Windig ist es, aber stört hier nicht.


Am Morgen, steht das Murmeltier erholt auf, macht Frühstück und badet dann mindestens 40 Minuten im klaren Wasser, es wird einfach nicht kalt, das Wasser hat 24 Grad und ist eine Wonne.
Nach dem Bad bekommen die Fische auch noch etwas ab, ein Vollkornkekswird als Fischfutter eingesetzt – und sie sind begeistert – erstaunlich, wie schnell die alle da waren.





Schöne Aussicht, nicht zu bezahlen

Die Sonne geht hinter den Felsen unter

Abendstimmung

Ich könnte noch einen Tag hier bleiben, aber  - wie gesagt – ausgebucht und das merke ich auch, denn auf dem Weg zurück in die Bucht von Palma kommen mir jede Menge Motorboote entgegen gedonnert, die wahrscheinlich alle einen lauschigen Abend in der Bucht verbringen wollen.







Von Palma sind es ungefähr 25 Meilen bis Cabrera, mit den Motorbooten je nach hemmungslosem Spritverbrauch oder sparsamerer Fahrweise ein bis zwei Stunden.
Unterwegs sehe ich zweimal “verrückte“ Fische springen, mehr als einen Meter groß, silbern, ich schätze es waren Schwertfische.







Ich brauche mehr als 4 Stunden, bis ich vor dem Hafen von Arenal – ja, genau da ist auch der Ballermann – bin und über ebenso glasklares Wasser einlaufe, einen Platz zugewiesen bekomme (ich hatte reserviert) und dann einchecke. 
Calebra-Fischchen, immer hungrig auf Kekse
Das ist jedes Mal eine lange Prozedur, Pass oder Personalausweis, internationaler Bootsschein und internationaler Versicherungsnachweis werden jedes Mal kontrolliert und abgespeichert, muss man also unbedingt haben.
Der Hafen ist auch nicht billig (65 Euro pro Nacht), hat aber alles, sogar Swimmingpool, Aufenthaltsraum, Kneipe, Restaurant usw., das WiFi ist allerdings etwas lahm – das und anderes ist gegenüber in Palma besser.



 
Aber die Leute hier, absolutes Kontrastprogramm zum ruhigen Cabrera. Irgendwie alle laut und selbstdarstellerisch – vielleicht übertrieben, meine Einschätzung – also sagen wir mal lieber, viele laut und selbstdarstellerisch.
Mein 2. Panel, funktioniert erstklassig, liefert mehr als ich
verbrauche, wenn die Sonne scheint, Batterien auch an der
Muringboje (ohne Landstrom) immer voll - und die Drinks
kalt- die Butter auch.

Neben mir allerdings eine ganz nette Männercrew aus Kiel, Charterer, die ein bisschen gutes Wetter erleben wollen und auch ein bisschen „ballern“ wollen, etwa mein Alter.
Und drei Boote weiter eine große HR aus Flensburg (steht jedenfalls am Heck), die sind schon mehr als ein Jahr unterwegs und erzählen, dass es kein Spaß war, über den Atlantik, außen ´rum zu fahren – teilweise wochenlange Wartezeiten im Hafen, wegen Sturm. 





Ob die jemals in Flensburg waren, bezweifele ich, jedenfalls wollen sie weiter nach Sizilien.

Ich dachte zuerst, Jürgen Drews sitzt am Pool, aber es war nur eine Kopie, die so aussah, wie der König von Malle wahrscheinlich in 15 Jahren aussieht – Haut wie ein Brathähnchen, aber tolle „Friese“, obwohl billig gefärbt – und Goldkettchen und wichtig!

Aber ich will mich nicht schon wieder in Vorurteilen verlieren – morgen werde ich mir den Ballermann und die Umgebung des Hafens mal genauer ansehen.
Nur – richtig was los ist wahrscheinlich erst abends – und da bin ich immer müde. Vielleicht kann ich mich ja aufraffen – wir werden es sehen.

Morgen ist also wieder ein „Urlaubstag“ angesagt, sind die anderen auch, aber eben einer ohne festen Plan. Baden, gucken, chillen – so in der Art.